Baby Impfung


Babys erste Spritze – Impfungen – Muss oder Stuss?

Immer wieder stehen junge Eltern vor der Frage, ob sie ihre Kleinen impfen lassen sollen. Wäre es nicht doch sinnvoller, auf die Immunisierung per Spritze zu verzichten? Viele Hebammen sprechen sich gegen das Impfen aus. Kinderärzte raten eher dazu. Doch welcher Weg ist nun der Richtige? Ein bisschen Impfen geht schließlich nicht. Hopp oder Top. Dieser Artikel versucht, grundsätzliche Fragen zum Thema Impfen zu beantworten und Ängste und Sorgen abzubauen.

Baby Impfung

Dabei werden Eltern bei der Frage nach der richtigen Impfung nicht alleine gelassen. In Deutschland trifft sich zweimal im Jahr die ständige Impfkommision, um zu erörtern, welche Impfungen relevant und welche eher unsinnig sind. Anhand der Empfehlungen der „Stiko“ gibt die Bundesrepublik Deutschland eine Impfempfehlung heraus. Diese Empfehlung dient den Kinderärzten als Leitlinie sinnvoller und nützlicher Impfungen.

Impfungen als herausragender Bestandteil medizinischer Vorsorge

Impfungen sind vermutlich die wichtigsten präventiven Behandlungsmethoden unserer Zeit. Durch sie gelang es zum Beispiel, die Kinderlähmung (Polio) in Deutschland vollständig auszurotten. Diese schwere Kinderkrankheit verläuft in den meisten Fällen zwar relativ harmlos. In 0,1 Prozent führte sie jedoch zum Befall des Rückenmarks und damit einhergehender dauerhafter Lähmung. Während der letzten großen Epidemie in Deutschland im Jahr 1952/1953 waren 15000 Kinder von dieser schwerwiegenden Form betroffen. In 1-4 Prozent der Fälle führte die Erkrankung zum Tod der betroffenen Kinder.

Im Jahr 1962 wurde ein Impfprogramm gegen Kinderlähmung in Deutschland gestartet. Der Wirkstoff wurde oral als sogenannte „Schluckimpfung“ verabreicht. Bereits 1965 war die Zahl der Neuerkrankungen an Kinderlähmung auf 50 Fälle zurückgegangen. Heutzutage gilt Deutschland als „Kinderlähmungsfrei“. Da die Krankheit in vielen anderen Ländern jedoch noch nicht ausgerottet wurde, wird die Impfung in Deutschland weiterhin empfohlen. Entgegen der früheren Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff wird heutzutage nur noch sogenannter Totimpfstoff verwendet. Diese Form der Polio – Impfung gilt als deutlich nebenwirkungsfreier als die damals verwendete Schluckimpfung.

Allgemein gelten die heutzutage verwendeten Impfdosen als nebenwirkungsarm. Aufgrund fortwährender Forschung ist es gelungen, die erforderliche Menge an Impfwirkstoff immer weiter abzusenken. Eine heutige Impfung enthält nur noch einen Bruchteil des damals verwendeten Wirkstoffs.

Doch was sollte mein Kind nun geimpft bekommen?

Heutzutage werden mehrere Impfungen in einer einzigen Spritze zusammengefasst. Das erspart wiederholte nervenaufreibende Arzttermine und mehrfaches Piksen. Insbesondere wird empfohlen, sein Kind gegen folgende Krankheiten impfen zu lassen:

  • Masern (Rote Hautpunkte, Fieber, im schlimmsten Fall Lungen- oder Hirnhautentzündung mit Todesfolge)
  • Polio (Kinderlähmung, kann zu dauerhafter Lähmung oder zum Tod führen)
  • Rotaviren (schwere Darminfektion mit Durchfall, Erbrechen und Fieber)
  • Röteln (Infektionskrankheit mit Hautausschlag; kann bei Schwangeren zu Fehlgeburten führen)
  • Tetanus (bakterielle Infektion, löst Muskelkrämpfe und Lähmungen aus; kann zum Tod führen)
  • Diphtherie (Bakterium, das die Atemwege befällt. Kann in schlimmen Fällen zum Erstickungstod führen)
  • Pneumokokken (führt zu hohem Fieber, Krämpfen, Lungenentzündung, Krankheitsverlauf oftmals tödlich)
  • Keuchhusten (Infektionskrankheit mit starken Hustenanfällen, Kann zu Atemstillstand führen)
  • Mumps (Kann zu Hirnhautentzündung, bei Männern zu Hodenentzündung und Unfruchtbarkeit führen)
  • Hepatitis B (Infektionskrankheit der Leber, kann Leberzirrhose und Leberkrebs auslösen)
  • Windpocken (juckender Hautausschlag, kann Hirn- und Lungenentzündung auslösen, kann tödlich verlaufen)
  • Haemophilius Influenzae Typ B (bakterielle Infektion, die bei Babys zu Mittelohr-, Hirnhaut-,Lungenentzündung und zum Tod führen kann)

Es empfiehlt sich, den Kinderarzt seines Vertrauens zu Rate zu ziehen. Er berät über Sinn und Unsinn von Impfungen, über mögliche Nebenwirkungen und die einzelnen Krankheiten. So können sich unsichere Eltern ein Bild über die Gefahren der einzelnen oben genannten Krankheiten und die dafür vorgesehenen Impfungen machen.

Normalerweise wird zur Impfung von Babys ein sogenannter Hexavalenter Impfstoff verwendet. Dieser Sechsfachimpfstoff immunisiert den Nachwuchs gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilius Influenzae Typ B und Hepatitis B. Weitere Immunisierungen können nach Rücksprache mit dem Kinderarzt zusätzlich durchgeführt werden.

Impfungen sind nicht unumstritten

Trotz der großen Erfolge, die die Medizin durch Impfprogramme erreichen konnte, gibt es auch viele Skeptiker. Viele Impfkritiker führen hierbei jedoch fadenscheinige Verschwörungstheorien und kaum nachvollziehbare Sinndispute über Wirkungsstudien von Impfungen ins Feld. Oftmals wird auch angeführt, dass die in Deutschland oft benutzte Sechsfachimpfung durch die vielen unterschiedlichen Impfstoffe das Immunsystem eines Kleinkindes überfordern könnte. Auch diese Angst ist jedoch unbegründet. Die Sechsfachimpfung enthält nur einige wenige einzelne Antigene eines jeden Krankheitserregers. Diese Menge an Antigenen ist derart gering, dass sie dem Immunsystem des Kindes kaum schaden kann. Täglich nimmt dein Kind eine wesentlich größere Menge Antigene beim Essen, Trinken oder Atmen in sich auf, ohne dass das Immunsystem dabei zugrunde geht.

Natürlich ist jede Impfung ein Eingriff in den Körper des Kindes und mit eine Verletzung der Hautoberfläche verbunden. Darum besteht bei jeder Spritze ein minimales Risiko, Infektionskrankheiten zu übertragen. Aufgrund der hohen Hygienestandards in Deutschland ist dieses unvermeidbare Restrisiko jedoch vernachlässigbar.

Oftmals ist eine Impfung mit Schmerzen verbunden. Ein Kleinkind kann man nicht auf den Piks der Nadel vorbereiten. Tränen sind unvermeidlich. Und in vielen Fällen leidet der kleine Schatz im Nachgang unter einer leichten Hautrötung oder einer Schwellung an der Einstichstelle. In einigen Fällen bekommt der Nachwuchs auch leichtes Fieber am Abend der Impfung. All diese Nebenwirkungen sind jedoch nur von kurzer Dauer und sind im Verhältnis zur dadurch gewonnenen Immunität gegen schwere Krankheiten annehmbar.

Fakt ist, dass Impfungen in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, sowohl die Pocken als auch die Kinderlähmung in Deutschland faktisch auszurotten. Ohne die Impfprogramme der Vergangenheit hätten wir heute noch mit diesen gefährlichen Krankheiten zu kämpfen.

Bist du nach diesem Artikel nun zu der Entscheidung gelangt, dein Kind impfen zu lassen? Dann nutze diesen Moment doch gleich einmal, um einen Blick in dein eigenes Impfbuch zu werfen. Impfen ist nicht nur etwas für Babys und kleine Kinder. Denn um so mehr Menschen gegen einen bestimmten Virus oder ein Bakterium immun sind, um so weniger Menschen können damit angesteckt werden. Diese sogenannte Herdenimmunität dient dazu, gefährliche Krankheiten noch vor deren Ausbruch unschädlich zu machen. Erreicht man eine ausreichend hohe Immunität in der Bevölkerung, so gelingt es, Krankheiten vollständig auszurotten. Damit dient der Impfschutz nicht nur dem Schutz der eigenen Gesundheit. Er ist auch ein Dienst an der Gemeinschaft. Nach der Impfung kann der Immunisierte nicht mehr als Krankheitsüberträger dienen. Die Krankheit verliert ihren Wirt und verschwindet schlussendlich vollständig.





Schreibe einen Kommentar