Baby schläft unruhig


Ein problemloser, regelmäßiger Schlaf zur von den Erwachsenen gewünschten Zeit ist Babys nicht angeboren. Viele junge Eltern berichten über mehr oder weniger stark ausgeprägte Schlafprobleme bei Neugeborenen und Kleinkindern. Wenn auch Dein Baby unruhig schläft und Du von vielen Störungen Deiner eigenen Nachtruhe bereits ziemlich erschöpft bist, dann solltest Du jetzt weiterlesen.

Baby schläft unruhig

Nicht immer steckt eine Schlafstörung dahinter, wenn das Baby nachts putzmunter ist. Schläft es stattdessen tagsüber, so hat es sich einfach noch nicht an den üblichen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt, der im Mutterleib noch keine Rolle spielte. Bei Neugeborenen sind zudem bis zu drei nächtliche Wachphasen normal, wenn der Hunger sich meldet. Schwierig wird es, wenn Dein Baby

  • insgesamt zu wenig schläft (Neugeborene benötigten etwa 16, Kleinkinder mindestens zwölf Stunden Schlaf innerhalb von 24 Stunden).
  • aus dem Schlaf häufig aufschreckt (sogenannter »Nachtschreck«).
  • ein sehr langes Abendritual braucht, um überhaupt einschlafen zu können.
  • nach der nächtlichen Fütterung nur schwer oder gar nicht wieder einschläft.
  • Frühkindliche Schlafstörungen – Ursachen und Lösungen
Nimm Dir ein wenig Zeit, um die individuellen Ursachen für die Schlafstörungen Deines Babys herauszufinden. Diese können sehr vielfältig sein. Neben offensichtlichen Gründen, wie einer vollen Windel oder akutem Hunger, solltest Du folgende Punkte bedenken:

  • Bekommt Dein Baby zu wenig reines Tageslicht, fällt es ihm schwer, sich an den normalen Tag-Nacht-Rhythmus zu gewöhnen. Regelmäßige Spaziergänge schaffen Abhilfe, wobei das Baby allerdings vor greller Sonne geschützt werden sollte.
  • Wenn Du Dein Baby stillst, solltest Du darauf achten, dass Du genügend Milch hast. Ansonsten wird Dein Baby nicht richtig satt und wacht wesentlich öfter auf, um nachzufassen. Das abendliche Zufüttern mit der Flasche könnte in diesem Fall eine gute Lösung sein. Ist das Baby besonders hungrig, kann die Flasche (nach Rücksprache mit dem Kinderarzt) auch durch Zugabe von Reisschmelzflocken angereichert werden. Übrigens: Wenn Du stillst, solltest Du konsequent auf Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichten. Die Reizstoffe gehen sonst auf das Baby über und hindern es am Schlafen.
  • Ist der Schlafplatz ideal? Ein Babybett sollte unbedingt ein Nestgefühl vermitteln und über einen Betthimmel verfügen. Ist das Baby besonders aufgedreht, wirkt ein Betthimmel aus einem leichten Stoff in weinroter Farbe beruhigend. Auch eine Babywiege mit sanften Schaukelbewegungen kann hilfreich sein. Die Fenster sollten so abgeschirmt werden, dass keine äußeren Lichtreflexe eindringen können, wie beispielsweise die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos. Das Zimmer sollte ruhig und gut gelüftet sein, keinesfalls überheizt. Wähle deshalb lieber einen wärmeren Babyschlafsack und eine Zimmertemperatur nicht über 18°C. Keinesfalls sollte das Baby im elterlichen Doppelbett schlafen. Gerät es versehentlich unter die Bettdecke, könnte schwerer Sauerstoffmangel die Folge sein. Möchtest Du das Baby nahe bei Dir haben, dann ist ein Beistellbett die bessere Lösung.
  • Das Neugeborene sollte unbedingt auf dem Rücken schlafen. Da es seine Schlafposition noch nicht selbstständig verändern kann, ist die Gefahr der Atemnot in der Bauchlage zu groß.
  • Ist der Mittagsschlaf zu lang? Ein ausgedehnter Mittagsschlaf kann dazu führen, dass das Baby abends einfach noch nicht müde ist. Ist es regelmäßig jeden Abend bis 23.00 Uhr oder noch länger quietschfidel, dann solltest Du seinen Mittagsschlaf schrittweise verkürzen. Wecke es sanft und sorge für anregende Beschäftigung, dann wird sich abends eine natürliche Müdigkeit einstellen.
  • Auch körperliche Beschwerden können die Ursache für frühkindliche Schlafstörungen sein, allen voran Bauchschmerzen durch Blähungen, die bei Babys sehr häufig vorkommen. Wenn das Baby ausdauernd schreit, dann betaste seinen Bauch. Fühlt er sich hart und aufgebläht an, solltest Du ihn sanft im Uhrzeigersinn massieren, bis der Stau sich gelöst hat. Auch die Gabe von ein wenig Bauchwohl-Tee mit Fenchel hat sich in diesem Fall bewährt. Sind schwerwiegende Gesundheitsstörungen, wie beispielsweise Neurodermitis, die Ursache für die Schlafprobleme, solltest Du unbedingt einen Kinderarzt hinzuziehen.
  • Selbst neugeborene Babys haben bereits Antennen für familiäre Spannungen, die sie als existenzbedrohend empfinden können. Laute Streitereien sollten deshalb in Anwesenheit des Babys nicht nur vor dem Einschlafen, sondern ganz grundsätzlich vermieden werden.
  • Einen großen Einfluss auf das Schlafverhalten Deines Babys hat sein ihm angeborenes Temperament, das nicht wirklich veränderbar ist. Die Lösung besteht darin, das Einschlafritual dem Charakter Deines Kindes anzupassen. Wenn Dein Kind Action und Anregung liebt, kann das auch bedeuten, mit ihm eine halbe Stunde im Auto um den Block zu fahren, bis es im Kindersitz eingeschlafen ist und in sein Bettchen gelegt werden kann.
  • Ein traumatischer Geburtsverlauf kann dramatische Spuren hinterlassen. Kam es im Laufe der Geburt zu Sauerstoffmangel? Oder ist das Baby stecken geblieben und musste mit einem Notkaiserschnitt geholt werden? – Ein Gefühl der Existenzangst kann die Folge solcher negativen Urerfahrungen sein und sich drastisch auf das Schlafverhalten auswirken. Ist dies der Fall, dann solltest Du mit sehr viel Geduld das Urvertrauen Deines Babys stärken. Gib ihm das Gefühl, dass es in Sicherheit ist und sich absolut auf seine Bezugspersonen verlassen kann.

»Schlaf doch endlich, Baby!« – das abendliche Drama

Du hast das Baby gewaschen, gefüttert, gewickelt und bettfein gemacht. Du hast es noch ein wenig herumgetragen, mit ihm gekuschelt und mit liebevoller, ruhiger Stimme zu ihm gesprochen. Dann hast Du es in sein Bettchen gelegt, doch plötzlich ist es hellwach und beginnt zu schreien. Nun setzt ein nervenaufreibender Kampf ein, der auch mal zwei Stunden dauern kann. Du spürst, dass Du ungeduldig wirst, versuchst aber krampfhaft, ruhig zu bleiben, ziehst die Spieluhr immer wieder auf oder beginnst mit dem Vorlesen ellenlanger Märchen. Kommt dies ab und zu vor, ist das nicht so schlimm. Schwierig wird es, wenn es zum Ritual wird. Zum sich täglich wiederholenden Drama. Das Baby gewöhnt sich dann an diesen Ablauf und kann nicht mehr anders als zu schreien.

In diesem Fall lautet die Lösung: Unterbreche den Kreislauf. Schlaf kann man nicht erzwingen. Verändere das Abendritual komplett. Beginnt das Baby immer dann mit dem Schreien, wenn Du es in sein Bettchen legst, dann besorge Dir eine bequeme Baby-Bauchtrage und laufe mit ihm herum, bis es eingeschlafen ist. Dann kannst Du es problemlos und unmerklich in sein Bett legen. Finde heraus, wie Du den Schlaf anlocken kannst. Dies ist von Kind zu Kind unterschiedlich. In Einzelfällen hat es sogar geholfen, das Baby im Kindersitz auf die Waschmaschine zu stellen und das Gerät einzuschalten. Achtung: Dabei solltest Du natürlich immer im Raum bleiben, damit der Kindersitz nicht herunterfallen kann!

Baby schläft unruhig – tu Dir selbst etwas Gutes!

Wenn eigener Schlafmangel und Stress Dich an den Rand der Erschöpfung bringen, dann solltest Du gut für Dich selbst sorgen. Ansonsten überträgt sich Deine Unausgeglichenheit auf das Baby und Ihr geratet in einen Teufelskreis, der das Problem immer schlimmer macht. Fühlst Du Dich von Deiner Umgebung mit dem Problem alleine gelassen, dann fordere von anderen Familienmitgliedern Hilfe ein und sorge dafür, dass Du spürbar entlastet wirst. Auch Dein Baby wird in seinen Schlafrhythmus finden. Atme tief durch und hab Geduld mit ihm und Dir selbst.





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