Baby schlafen


Kaum ein Thema interessiert junge Mütter und Väter so sehr, wie der Schlaf des Babys. Ab wann kann ich selbst wieder durchschlafen? Diese Frage stellt sich spätestens nach den ersten Wochen, wenn sich Baby ständig meldet.

Baby schlafen

Ein Wort zur Schlafumgebung

Die Hinweise zum sicheren Baby Schlafen kennt sicherlich jeder. Sie werden von den Hebammen mitgeteilt, im Geburtsvorbereitungskurs erwähnt und hängen als Liste beim Kinderarzt aus. Schlafsack, Schlaf auf dem Rücken, rauchfreie Umgebung – das alles sind bekannte Schlagworte. Doch nicht weniger wichtig ist es, das Kind bei sich im Schlafzimmer zu stehen zu haben. Denn Forscher haben herausgefunden, dass sich das Kind an der Atmung der Mutter orientiert. Das heißt, wenn bei dem Kind selbst die Atmung aussetzt und es hört die regelmäßige Atemzüge der Mutter neben sich, fängt es eher wieder an, selbst zu atmen. Das geht natürlich nicht, wenn das Kind in einem anderen Zimmer steht. Über das Babyphone wird das Atmen nicht übertragen. Zudem geben die Schlafgeräusche der Eltern dem Kind Sicherheit und die braucht es, um ruhig zu schlafen und auch durchzuschlafen.

Der Schlafbedarf

Über den üblichen Schlafbedarf des Kindes kann keine allgemeingültige Aussage getroffen werden. Jedes Baby ist anders und so manche Mutter, die sich ein „Schlafbaby“ wünscht, bekommt einen kleinen Fratz, der scheinbar nicht zu schlafen braucht. Oder zumindest nicht dann, wenn es wünschenswert wäre. Vor allem in den ersten drei Monaten, bis das Melatonin bei den Kinder gebildet wird und sich ein Tag-Nachtrhythmus herausgebildet hat, ist der Schlaf noch sehr unregelmäßig und du kannst dich nicht darauf verlassen. Fakt ist nur, dass ein Neugeborenes sehr viel Schlaf braucht und das Schlafbedürfnis kontinuierlich abnimmt. Dies kann verallgemeinernd so gesagt werden. Es gibt Kinder, die schlafen mit sechs Wochen schon durch – wobei von Durchschlafen gesprochen wird, wenn das Kind nachts mindestens fünf Stunden am Stück schläft – und andere haben das mit zehn Monaten noch nicht geschafft. Anfangs schlafen die Kinder 20 bis 22 Stunden am Tag, sie werden nur zum Trinken wach und schlafen danach gleich wieder ein. Dies gilt aber nur für die ersten Tage. Schon bald werden aus den Stunden maximal 18. Und hier beginnt dann die große Teilung. Einige Kinder schlafen nachts, wenn sie durchschlafen, zehn bis zwölf Stunden und halten am Tage noch einmal zwei Nickerchen von bis zu zwei Stunden pro Schlaf. Andere schlafen nachts nicht durch und melden sich jede Stunde zum Trinken und Kuscheln an. Sie nutzen dann die Gelegenheit, dass Mama sowieso nichts anderes tun kann und sie ihre Eltern ganz für sich haben. Natürlich nicht bewusst, so berechnend ist ein Baby dann doch noch nicht. Diese Kinder sind meist die, die ihre Eltern am Tage mit langen und zusammenhängenden Schläfchen erfreuen. Sie holen sich schon ihren Schlaf, nur eben nicht zu der von den Eltern bevorzugten Zeit.
Andere Baby schlafen schon mit drei Monaten nur noch 14 bis 16 Stunden.
Schon früh zeigt sich also, wie es sich mit dem Schlafbedarf des Kindes verhält. Und wer ein Kind zu Hause hat, das nicht schlafen mag – dem sei die Illusion gleich genommen, dass das bei den Geschwistern so viel anders aussehen wird. Denn Forscher haben entdeckt, dass es sich bei dem Schlafverhalten um Veranlagung handelt. Wenn die Kinder also die gleichen Eltern haben, stehen die Chancen schlecht, dass es sich um völlig unterschiedliche Schläfer handelt. Mit Gewissheit sagen kann man das sicherlich nie, aber Tatsache ist, dass in vielen Familien die Geschwister ein ähnliches Schlafverhalten zeigen – da kann sich Mama noch so sehr wünschen, ein Schlafkind zu bekommen. Die Babys, die mit sehr wenig Schlaf auskommen, schlafen meist auch frühzeitig am Tage nicht mehr. Sie kommen schon mit 16 oder 18 Monaten ohne ein Mittagsschläfchen aus, müssen dafür aber abends eher ins Bett gehen. Ab 19:00 Uhr sind sie dann meist zu nichts mehr zu gebrauchen, schlafen dann aber oft zehn oder zwölf Stunden durch.
Der Sache mit den Schlafprogrammen sollte übrigens nicht vorbehaltlos zugestimmt werden. Was für den einen passend ist, muss für den anderen noch lange nicht stimmen. Wenn das Baby schreit, braucht es Hilfe. Man stelle sich die Situation doch einmal umgekehrt vor: Als Erwachsener hast du vor irgendetwas Angst oder kannst nicht schlafen. Du suchst nach Ablenkung und willst mit jemandem reden, aber egal, wie laut du auch rufst, niemand kommt. Du stehst oder liegst allein im Dunklen und die vertrauten Geräusche sind nicht da. Wie furchtbar muss das für ein Baby sein, das sich so etwas noch nicht einmal selbst erklären kann? Schlafen lernen die Kinder alle irgendwann, ob mit Programm oder ohne. Und wer nur einschlafen kann, weil Papa oder Mama das Händchen festhalten – nun, das ist eben so. Und wie schnell ist diese Zeit vorbei und die Kleinen brauchen niemanden mehr. Die Angst, ein Kind zu verwöhnen, ist scheinbar allgegenwärtig, selbst bei einer so natürlichen Sache wie dem Schlafen.

Baby schlafen und Babys Hunger

Nur allzu oft wird der Schlafrhythmus mit dem Essrhythmus in Verbindung gebracht. Es ist aber so, dass ein Baby nicht immer Hunger hat, nur weil es sich in der Nacht meldet. Vielleicht schläft Baby unruhig, weil es schlecht geträumt hat oder findet allein nicht wieder in den Schlaf zurück. Dann meldet es sich natürlich lautstark und verlangt nach Hilfe. Als Mutter merkst du schnell, was dein Kind gerade braucht, ob es Hunger oder Durst hat, oder ob es einfach ein wenig Nähe braucht. Allerdings sollte das Kind dann nicht aus dem Bettchen genommen und herumgetragen werden. Es gibt Mütter von Schreikindern, die berichten, dass das Problem damit sogar noch verschlimmert wurde. Wer das Kind im Bettchen neben sich hat, kann es zum Kuscheln in das Elternbett holen, es sanft streicheln und beruhigend mit ihm reden. Viele Kinder, die tagsüber nicht von Papa betreut werden, finden es überdies grässlich, wenn er dann nachts versucht, sie zu trösten und quittieren seine Bemühungen mit immer stärkerem Gebrüll. Hier sollte nachgegeben werden und Mama muss notfalls auf ihren Schönheitsschlaf verzichten, auch dann, wenn das Baby nicht gestillt werden muss. Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig, das Baby spüren zu lassen, dass die wichtigste Person immer da ist und die ist in der Regel nun einmal die Mama. Auch wenn Papa wunderbar kuscheln und brummen kann, er riecht anders, er klingt anders und er bewegt sich auch anders. Papa kann Mama nicht ersetzen, so bitter das auch sein mag.
Höre auf dein Bauchgefühl, das sagt dir schon, was dein Baby in dem Moment braucht – ob etwas zu Trinken oder Nähe. Wenn alles in Ordnung ist – in den Augen des Kindes – schläft es in der Regel ohne großes Gebrüll schnell wieder ein und lernt so Stück für Stück, dass es auch länger schlafen kann.





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