Babyschnuller


Jedes Baby sollte einen Schnuller besitzen, am besten natürlich mehrere. Sie geben ihm Beschäftigung und die Möglichkeit, auf einem weichen, harmlosen Gegenstand zu kauen, was das Durchbrechen der Milchzähne fördert. Außerdem haben sie eine beruhigende Wirkung, die gerade den Eltern viel Stress ersparen kann und eine einfache Lösung bietet, wenn das Baby schreit und sich anders nicht mehr besänftigen lässt. Damit der Babyschnuller jedoch nicht unhygienisch wird, sollte man dabei einiges beachten.

Babyschnuller

Das orale erste Lebensjahr

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud erkannte in der frühen menschlichen Entwicklung nach der Geburt vier Phasen. Der junge Mensch erforscht dabei nach und nach seine Körperfunktionen und lernt sich so besser kennen – diese Entwicklung ist lebenswichtig für die gesunde psychische Entfaltung und sollte gefördert werden, auch wenn das belastend sein kann und für den Erwachsenen oft nicht mehr nachvollziehbar erscheint. Babys im ersten Lebensjahr befinden sich in der so genannten oralen Phase und nehmen alles in den Mund, was sie erforschen wollen. Die dort sitzenden Sinneszellen erkennen nicht nur Geschmäcker, sondern nehmen auch Formen, Oberflächenstrukturen und andere Merkmale wahr, die mit dem Mund erlebt und erfühlt werden können. Vor allem aber macht es dem Baby Spaß, etwas im Mund zu haben, daran zu nuckeln, es zu kauen und sich so beschäftigen zu dürfen. Der Schnuller bietet ihm einerseits die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, denn in dieser Zeit ist es ein echtes Grundbedürfnis des Babys, etwas in den Mund zu nehmen. Andererseits befriedigt der Schnuller den Trieb, alles oral zu erforschen, sodass das Baby seltener nach anderen, womöglich gefährlichen Dingen greifen wird.

Hilfe für die Zähne durch Babyschnuller

Babys und Kleinkinder kauen nicht nur gerne auf Gegenständen herum, da sie mitten in ihrer oralen Phase stecken. Wenn die ersten Milchzähne durchbrechen, kauen sie noch lieber, um sich etwas Erleichterung zu verschaffen. Dadurch erforschen sie die Funktion ihrer Zähne auf ganz natürliche Weise und werden es leichter haben, sich an die erste feste Kost zu gewöhnen. Außerdem fördert das die Durchblutung des Zahnfleischs, das es in dieser schweren Zeit sehr gut gebrauchen kann. Der Schnuller trägt damit zur Schmerzlinderung bei und erleichtert den Durchbruch der ersten Zähne erheblich, was man dem Baby auf jeden Fall gönnen sollte.

Beruhigung und Besänftigung

Babys und Kleinkinder gewöhnen sich gerne an ihren Schnuller, er wird für sie zum besten Freund. Wie ihr Kuscheltier wollen sie ihn überall bei sich haben, damit sie selbst entscheiden können, wann sie ihn brauchen – oder damit die Eltern ihnen den Schnuller geben können, wenn es offensichtlich wird, dass sie ihn gerade gut gebrauchen könnten. Wenn Babys und Kleinkinder schreien, hilft ihnen der Schnuller dabei, sich zu beruhigen; insbesondere Babys profitieren davon, Kleinkindern kann man damit effektiv Trost spenden. Oft haben Babys und Kleinkinder gar keinen Hunger und auch keine Schmerzen, wenn sie schreien. Sie wollen lediglich etwas Aufmerksamkeit und Beschäftigung und lassen sich schnell wieder beruhigen, wenn sie den Schnuller bekommen. Dadurch wird ihnen auch nicht so schnell langweilig, wenn sie lange unterwegs sind oder bei einer Beschäftigung dabei sein müssen, die vor allem den Erwachsenen Spaß macht.

Die Sicherheit beim Baby Schnuller

Der Schnuller besteht aus dem Gummistück, das in den Mund genommen werden kann, sowie aus einem Plastikschutz gegen das Verschlucken und dem Griff. Durch den Plastikschutz kann der Schnuller nicht zu weit in den Mund genommen werden, denn auf diese Weise werden oft Kleinteile verschluckt, die für das Baby gefährlich werden können – und natürlich auch für das Kleinkind. Sie bleiben beispielsweise in der Speiseröhre stecken oder verursachen eine lebensbedrohliche Verstopfung im Darm, wenn sie dort nicht durchpassen. Wenn der Schnuller alt wird, sollte man ihn rechtzeitig austauschen, damit das Gummistück nicht abfällt und doch verschluckt werden kann. Außerdem empfiehlt es sich, für ältere Babys und Kleinkinder ein Halsband zu kaufen, an den man den Schnuller hängen kann. So haben sie ihn immer bei sich und können unterwegs auf ihren Entdeckungsreisen selbst entscheiden, wann sie den Schnuller in den Mund nehmen wollen. Vor allem Babys lassen ihn gerne einfach fallen und denken noch nicht darüber nach, dass er dann auf dem Boden landen würde und verloren wäre.

Der Schnuller – ein Infektionsrisiko?

Mit der Zeit sammeln sich am Babyschnuller Bakterien, die ein gewisses Infektionsrisiko darstellen. Nimmt das Baby den Schnuller wiederholt in den Mund, können sich die Bakterien dort natürlich umso besser vermehren und könnten das Kind krank machen. Während einer Erkältung verzichtet man besser ganz auf den Schnuller oder wirft ihn danach weg. Im gesunden Zustand müssen die Schnuller regelmäßig sorgfältig gereinigt und in eine Desinfektionslösung werden, damit sie das Baby nicht doch noch krank machen. Wenn er einmal auf den Boden fällt, sollte man ihn nicht einfach wieder abwischen und dem Baby wiedergeben, das wäre zu riskant. Außerdem sollten die Schnuller regelmäßig ersetzt werden, am besten nach einigen Wochen. Dadurch bleibt das Infektionsrisiko minimal.

Auf den Schnuller verzichten?

Manche Eltern verzichten aus Angst vor Infektionen vollständig auf den Schnuller oder gewöhnen dem Baby sehr schnell die Nutzung ab, sobald die Milchzähne durchgebrochen sind. Dann muss man allerdings befürchten, dass das Baby in der oralen Phase andere Dinge in den Mund nimmt oder sich nicht richtig ausleben kann, und das hätte Folgen für die psychische Entwicklung. Kann eine der 4 Phasen nicht richtig abgeschlossen werden, entwickelt sich das Baby nicht so gesund, wie es eigentlich könnte. Ab und zu kann man einem Kleinkind etwas anderes als den Schnuller geben, beispielsweise ein stück Obst oder Gemüse – darauf kann es ebenfalls herumkauen, aber wenn es gerade keinen Appetit hat, wird es den Schnuller bevorzugen. Wenn man aufmerksam genug darauf achtet, den Schnuller hygienisch zu halten, ist er kein Problem für die Gesundheit und stellt einen immensen Wert für die physische Entwicklung des Babys dar.

Die Entwöhnung – wann und wie?

Ewig sollten Babys und Kleinkinder natürlich nicht mit dem Schnuller herumlaufen. Mit etwa 18 Monaten sind die meisten Kinder entwöhnt, doch man kann theoretisch damit beginnen, sobald das erste Lebensjahr abgeschlossen ist. Dann ist üblicherweise auch die orale Phase beendet und wird durch die nächste abgelöst. Letztlich sollte man jedoch die Reaktionen des Kindes beobachten und dann entscheiden, ob es bereit ist oder lieber noch eine Weile mit dem Babyschnuller spielen sollte. Man könnte den Schnuller gegen einen besonderen Wunsch eintauschen, den das Kind in diesem Alter sicherlich schon hat. Das tut man natürlich nicht kommentarlos, sondern einigt sich gemeinsam mit dem Kind auf einen Wunsch und kündigt den Plan klar und deutlich an. Alternativ reduziert man nach und nach die Schnullerzeit oder gibt den Schnuller nur noch zu bestimmten Zeitpunkten, zum Beispiel zur Schlafenszeit. Bald wird das Kind bemerken, dass es den Schnuller gar nicht mehr so sehr braucht, wie es dachte.





Kommentare sind geschlossen.