Pucksack


Ein Baby ist unterwegs! Während man sich in der Schwangerschaft meist noch gar nicht genau vorstellen kann, wie sich das Leben mit einem kleinen Neugeborenen genau abspielen wird, ist es spätestens nach der Geburt erst einmal mit der Ruhe vorbei. Viele Eltern sind geradezu fassungslos, wie sehr das Baby das Leben seiner Eltern auf den Kopf stellt. Alles dreht sich erst einmal nur noch um den Säugling, der alleine völlig hilflos ist und rund um die Uhr gepflegt werden möchte. Nach der auch hormonell bedingten Euphorie der ersten Tage ist es nicht selten, wenn sich auch bald bei Mama und Papa Unsicherheiten und Ängste breitmachen. Gerade wenn das Baby sehr viel schreit, liegen schnell die Nerven blank. Man spürt, wie man selbst immer gestresster und gereizter wird. Man fürchtet, die Nachbarn zu verärgern oder gar als unfähige Eltern darzustehen, die nicht mit ihrem Kind umgehen können. Junge Mütter und Väter sollten sich in solchen Situationen immer bewusst machen, dass sie keinesfalls die einzigen sind, denen es so geht. Sehr viele Eltern kennen es, dass ein Baby schreit und schreit, kein Arzt eine Ursache finden kann und man auch selbst immer nervöser wird. Gut, wenn man dann einige Tipps und Tricks kennt, um ein weinendes Baby zu beruhigen! Eine Möglichkeit ist beispielsweise das Pucken.

Pucksack

Pucksack für Baby

Die Methode des Puckens

Unter Pucken versteht man eine Methode des „Einwickelns“, die gerade Säuglingen in den ersten Wochen Halt und Beruhigung verschaffen kann, wenn sie sehr viel schreien. Hierzu muss man wissen, dass Babys sich selbst bei der besten Pflege durch die Eltern auf der großen, für sie neuen und ungewohnten Welt phasenweise verloren fühlen. Dies erklärt sich damit, dass sie aus dem Mutterleib ausschließlich das Gefühl der räumlichen Enge kennen. Beine und Köpfchen hatten keine wirklich große Bewegungsfreiheit im Bauch der Mutter, die Wände der Gebärmutter haben dem Baby nach allen Seiten Halt gegeben – dieses Gefühl kennt das Baby. Wenn nun plötzlich das Gefühl, räumliche Enge zu spüren, völlig verloren ist, reagieren viele Kinder mit stundenlangem Schreien. Ein Baby, was sehr oft schreit, sollte natürlich auch dem Kinderarzt einmal vorgestellt werden. In den allermeisten Fällen lässt sich keine medizinische Ursache für das Weinen finden. Dennoch kann es sein, dass das Baby unter vielleicht sehr schmerzhaften Koliken oder Verspannungen leidet, die behandelt werden müssen. Doch wenn auch der Kinderarzt keine Probleme feststellen kann, können Eltern es einmal mit der Methode des Puckens versuchen. Beim Pucken wird das Baby mit verschiedenen Griffen so in Stoff eingewickelt, dass es wieder räumliche Enge spürt, seine Beinchen und Ärmchen bewusst wahrnimmt und sich somit an das Gefühl im Mutterleib erinnert. So klein ein Neugeborenes auch noch ist: Es kann sich durchaus an Dinge, die es im Mutterleib kennengelernt hat, erinnern und reagiert auch positiv auf Vertrautes. Nicht umsonst wird Eltern geraten, schon in der Schwangerschaft immer wieder eine bestimmte Melodie von der Spieluhr abzuspielen. Das Baby wird sich nach der Geburt an diese erinnern können und sich auch schneller beruhigen, wenn es die Melodie hört. Ebenso verhält es sich mit dem Gefühl, welches durch das Pucken hervorgerufen wird.

Pucksack Anleitung – Wie geht man beim Pucken vor?

Pucksack Anleitung

Zum Pucken benötigt man einen kleinen Pucksack, den man fertig im Handel kaufen kann. Eine kleine Decke, ein Tuch oder ein ausreichend großer Schal sind aber auch gute Materialien zum Pucken. Hier kann man auch einfach ausprobieren, was beziehungsweise welcher Stoff dem Baby angenehm ist. Tuch oder Schal sollten etwa doppelt so lang und doppelt so breit ist wie das Kind. Baumwolle hat sich als sehr gutes Material zum Pucken erwiesen.
Zunächst breitet man beim Pucken den Pucksack oder das Tuch in voller Länge aus. Hierauf legt man nun das Baby, und zwar so, dass der obere Rand einer langen Seite von Tuch, Schal oder Pucksack unter dem Hals des Neugeborenen liegt. Nun wird mit einer oberen Ecke genau diese lange Seite schräg nach unten über das Kind geschlagen. Dies führt dazu, dass der Arm ab der Schulter auf genau dieser Seite durch das Tuch eng am Körper des Babys liegt. Anschließend schlägt man Tuch, Schal oder Pucksack auf der anderen Körperseite des Säuglings unter seinem Rücken ein. Hierdurch findet der kleine Arm einen festen Halt an seinem Brustkorb – das Baby spürt wieder räumliche Enge wie im Mutterleib. Diesen Vorgang wiederholt man nun auch mit der anderen oberen Tuch- oder Pucksack-Ecke. Anschließend zieht man die beiden unteren Ecken des Tuches möglichst weit auseinander. Tuch, Schal oder Pucksack werden nun entfaltet hoch über den Körper des Kindes geschlagen, idealerweise bis etwa zum Brustkorb. Das Baby sollte seine Beine in dieser Hülle noch ausstrecken können. Abschließend legt man die beiden entstandenen Zipfel nacheinander unter den Rücken des Kindes. Dabei wird der zweite Zipfel über dem Rand des ersten Zipfels eingeschlagen. Im Ergebnis entsteht so eine festere Hülle. Nun ist das Baby fest eingepuckt, spürt sich und seine Gliedmaßen. Viele Eltern berichten, dass rasch eine Besserung des Schreiverhaltens eingetreten ist.
Die Technik des Puckens hört sich auf den ersten Blick für viele Eltern recht kompliziert an – sie ist es aber nicht. Erfahrungsgemäß sitzen alle Handgriffe schon nach wenigen Versuchen. Die meisten Hebammen sind mit der Technik des Puckens vertraut und können den jungen Eltern hier auch wertvolle Hilfestellung geben, wenn der Umgang mit dem Pucksack nicht sofort gelingen will. Auch viele Krankenhäuser bieten schon während der Schwangerschaft Pflegekurse an, in denen man das Pucken erlernen kann.

Vorteile des Puckens im Überblick

  • nur wenige Materialien werden benötigt: Pucksack aus dem Handel, ein ausreichend großer Schal, ein großes Tuch oder eine Decke sind aber ebenfalls ausreichend
  • ein Pucksack muss nur einmal erworben werden und kann immer wieder eingesetzt werden; Pucken verursacht also nur einmal Kosten
  • ein qualitativ hochwertiger Pucksack hat eine hohe Lebensdauer und kann auch für Geschwisterkinder eingesetzt werden oder weiterverkauft werden
  • die Technik ist nicht kompliziert, man kann sie sich selbst aneignen oder sich im Krankenhaus, von den Hebammen oder vom Kinderarzt erklären lassen
  • wenn die Technik gut beherrscht wird, kann überall und zu jeder Tageszeit gepuckt werden
  • viele Studien zeigen, dass gepuckte Babys sich schneller beruhigen und mit dem Schreien aufhören – so schont das Pucken auch die Nerven der Eltern!
  • Pucken ist eine natürliche Methode, die nicht auf Medikamenten beruht und somit auch keinerlei Nebenwirkungen hat




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