Baby Durchfall

Durchfälle sind in den jungen Lebensjahren ein ständiger Begleiter. Das Verdauungssystem des Babys hat sich noch lange nicht auf alles eingestellt, was die Welt ihm zu bieten hat. Daher reagiert es empfindlich auf neue Lebensmittel, gelegentlich aber auch auf die gewohnte Nahrung. Babys bauen außerdem gerade ihr Immunsystem auf und haben noch keinen vollumfassenden Schutz gegen die typischen Krankheiten, die den Magen und den Darm betreffen können. Auch daher kann der Durchfall kommen. Du brauchst aber keine Angst zu haben, wenn es deinen Kleinen erwischt: Durchfälle sind bei der richtigen Behandlung kein Drama und gefährden das Baby nicht.

Baby Durchfall

Durchfall erkennen

Durchfall erkennst du ganz leicht beim Wickeln. Der Stuhl ist flüssiger als sonst, riecht vielleicht auch strenger oder nimmt eine hellere Farbe an. All das liegt daran, dass der Körper des Babys die Nahrung so schnell wie möglich loswerden wollte. Der Darm hat sie also gar nicht so verarbeitet wie immer, sondern hat sie lediglich schnell durchgezogen. Im Darm wird der Nahrung allerdings das Wasser entzogen; nun bleibt sie in der Nahrung und sorgt dafür, dass der Stuhl flüssig ist. Da er nicht so verdaut wurde wie sonst, sieht er auch anders aus und nimmt ganz andere Gerüche an. Begleitet werden Durchfälle manchmal auch von offensichtlichen Beschwerden; du kannst dem Baby ansehen, dass es ihm nicht gut geht. Vielleicht schreit es häufiger als sonst. Bei bakteriellen Infektionen oder einer besonders starken Unverträglichkeit kann es sein, dass sich das Baby übergeben muss.

Was tun bei Durchfall?

Der erste Schritt bei Durchfall besteht darin, einen schnellen Termin beim Kinderarzt zu machen. Babys mit Durchfällen gelten als so wichtig, dass man sie dazwischenschieben kann, denn ihre Körper bewältigen das Problem noch nicht so effektiv wie der eines älteren Kindes. Wenn es sich um einen Ernstfall handelt, das Baby scheinbar starke Beschwerden hat oder du den Eindruck hast, dass es ihm immer schlechter geht und die Verschlechterung zu schnell geht, kannst du auch in die Notaufnahme des Krankenhauses fahren. Dies ist die richtige Anlaufstelle, wenn das Baby an einem Wochenende oder Feiertag Durchfall entwickelt und du nur ungern bis zum nächsten Arbeitstag warten willst. Der Kinderarzt wird das Baby untersuchen und entweder Medikamente oder spezielle Ernährung verschreiben, sodass die Durchfälle aufhören und das Verdauungssystem sich langfristig erholen kann.

Durchfallnahrung fürs Baby

Babys mit Durchfällen vertragen die übliche Nahrung oft nicht mehr richtig. In diesem Fall ist es wichtig, vorzusorgen und sie so zu füttern, dass sich der Verdauungstrakt erholen kann. Wird das Baby noch gestillt, bekommt es weiterhin die gewohnte Nahrung, zusätzlich aber auch Tee oder eine vom Arzt verordnete Elektrolytlösung. Beides hilft dabei, Kalorien zuzuführen und den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen, aber auch bei der Wiederaufstockung der Mineralvorräte im Körper. Dein Baby wird in dieser Phase vermutlich etwas mehr Appetit haben als sonst und mehr Muttermilch brauchen. Babys, die bereits Brei oder ab und zu feste Kost zu sich nehmen, werden mit spezieller Heilnahrung gefüttert, die auch ein Flaschenbaby bereits bekommen kann. Die Heilnahrung hilft dem Darm dabei, wieder normal weiterzuarbeiten und Nährstoffe wie gewohnt aufzunehmen. Heilnahrung enthält mehr Eiweiß und weniger Fett als die normale Nahrung, aber auch Stärke, die dafür sorgt, dass die Nahrung etwas länger im Darm bleibt und verdaut werden kann. Eine weitere gute Idee ist Reismilch: Dabei handelt es sich um Wasser mit Instant-Reisflocken. Dauernahrung sollte Reismilch zwar nicht werden, doch sie ist sehr nährstoffhaltig und bekömmlich, also perfekt, um ein Baby wieder aufzupäppeln.

Erholung braucht Zeit

Erwachsene überstehen Durchfall meist schon nach einem Tag. Babys brauchen deutlich länger: Nach etwa einer Woche dürfen sie wieder auf die gewohnte Kost umgestellt werden und brauchen keine spezielle Durchfallnahrung mehr. Der Darm hat sich nach etwa 3 Wochen vollständig erholt und arbeitet wie gewohnt weiter. In dieser Phase musst du auf Rückfälle achten; wenn der Stuhl wieder dünn wird oder den Geruch verändert, ist der Durchfall wieder da und das Baby braucht weiterhin Durchfallnahrung. Während der Umstellung auf die gewohnte Kost solltest du immer nur eine Mahlzeit auf einmal servieren, also für einige Tage bei der gleichen Mahlzeit bleiben. Dadurch kann sich der empfindliche Darm wieder der Nahrung anpassen und wird nicht vollkommen überfordert, indem er immer wieder verschiedene Kost geboten bekommt.

Der wunde Kinderpopo

Der Popo des Babys ist eine verwundbare Region. Als Mutter weißt du natürlich, wie weich ein Babypopo sein kann, denn wenn er frisch gewaschen ist, streichelt man ihn gerne. Der Stuhl und auch der Urin sind während der Durchfallphase jedoch ätzender als sonst, weshalb die Haut dadurch angegriffen wird. Schlimmstenfalls kann es zu offenen Wunden kommen, was jedoch nicht deine Schuld ist – das kann passieren, auch wenn du die Windeln noch so oft wechselst. Wickeln solltest du in dieser Zeit trotzdem häufiger als sonst. Achte auf die üblichen Anzeichen, dass das Baby eine neue Windel braucht, und dann warte nicht zu lange damit. Nach dem Wechseln der Windel kannst du den Babypopo vorsichtig auf niedriger Stufe trockenföhnen, denn Flüssigkeitsreste sind nicht gut für die Haut. Dabei musst du aber darauf achten, was dem Baby angenehm ist; einige mögen diese Prozedur, andere eher nicht. Der Kinderarzt kann Sitzbäder verschreiben, du kannst dafür aber auch einfachen Kamillentee verwenden. Aus der Apotheke gibt es spezielle Cremes, die sich für den wunden Popo eignen und die Haut bei der Heilung unterstützen.

Vorsicht vor Austrocknung

Babys dehydrieren schnell, wenn sie an einer Durchfallerkrankung leiden. Der Körper scheidet mehr Flüssigkeit aus, als er sollte, und das Baby leidet am daraus folgenden Flüssigkeitsmangel. Babys mit Durchfall sollten also immer genug Flüssigkeit angeboten bekommen, und wenn sie diese nicht trinken wollen, ist ein weiterer Arztbesuch fällig. Geeignet sind neben der Muttermilch beispielsweise Flüssignahrung, Tee oder andere schonende, sanfte Getränke. Der Kinderarzt kann spezielle Elektrolytlösung verordnen, die dem Baby dabei hilft, seinen Flüssigkeitshaushalt wieder aufzustocken. Anzeichen der Austrocknung beim Baby sind tiefliegende, dunkle Augen, die Weigerung zu trinken, Obstgeruch im Atem, Schläfrigkeit und verminderte Aufmerksamkeit. Wenn diese Symptome erstmalig auftreten oder stärker werden, ist es an der Zeit, mit dem Baby zum Arzt oder zur Kinderklinik zu fahren. Dehydrierte Babys sind ein Notfall: Sie brauchen in der Regel eine Infusion, die gleichzeitig die Elektrolyte auffüllt. Andernfalls können sie schwerwiegende gesundheitliche Schäden davontragen oder im schlimmsten Fall sogar in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten. Durchfälle beim Baby solltest du deshalb immer ernst nehmen.

Weitere Krankheiten wie Babyerkältung oder Gelbsucht bei Babys findest du in der Rubrik Baby Krankheiten




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