Baby sprechen


Die Magie des ersten Wortes

Es ist einer dieser wunderbaren Momente des Elternseins: Die ersten Worte des eigenen Babys. Ganz egal was Deinem Nachwuchs zuerst über die Lippen kommt, ob „Auto“, „Mama“ oder „Papa“, Du wirst diesen Augenblick Dein Leben lang nie wieder vergessen! Aber was kommt davor und danach? Wann kannst Du mit den ersten Worten Deines Babys rechnen? Was hat es zu bedeuten, wenn Dein Kind etwas länger braucht als andere? Gibt es eine „normale“ Sprachentwicklung? Wann musst Du Dir Sorgen machen? Wir geben Dir wichtige Tipps und Hinweise, damit Du die Entwicklung Deines Babys optimal begleiten kannst.

Alles ist Sprache

Experten gehen davon aus, dass Kinder das Sprechen ganz allmählich in den ersten beiden Lebensjahren erlernen. Dabei nutzen sie die Sprachregeln zum Verstehen und Einordnen von Gehörtem schon lange vor dem Augenblick, in dem sie schließlich das erste Wort sprechen. Auch die ersten Laute und das Gebrabbel, das Dir vielleicht unverständlich vorkommt, sind in Wahrheit die ersten Sprachversuche. So tastet sich Dein Nachwuchs ganz langsam an die Wörter heran, die er oder sie jeden Tag zu hören bekommt. Denn Sprechen ist kompliziert und will ausprobiert werden. Mit den unterschiedlichsten Geräuschen, die Du so zu hören bekommst, probiert Dein Baby aus, wie es welche Klangelemente erzeugen kann.

Baby sprechen

Alles zu seiner Zeit

Immer wieder machen sich Eltern Sorgen, weil sie befürchten, dass ihr Kind besonders langsam im Erlernen der Sprachfähigkeiten sein könnte. Aber wie immer im Leben gilt: Jeder macht die Dinge in seinem ganz eigenen Tempo. Nur weil das Kind Deiner besten Freundin schon mehrere Wörter sagen kann, Du selbst aber nur „Aaahs“ und „Uhhhs“ zu hören bekommst, musst Du Dir noch längst keine Sorgen machen!

Die Entwicklungsphasen beim Sprechen

  1. In der Regel beginnen Kinder etwa ab dem vierten Monat zu plappern und so erste Silben zu verbinden. Dabei kann Deinem Kleinen oder Deiner Kleinen sogar schon mal ein „Mama“ oder „Baba“ rausrutschen – und natürlich hast Du allen Grund Dich darüber zu freuen; meistens handelt es sich bei diesen Worten aber eher um Zufallstreffer beim Spiel mit den Silben. Die meiste Zeit wirst Du ein unverständliches Brabbeln und Stammeln zu hören bekommen.
  2. Die ersten sinnvollen Worte benutzt ein Kind meistens mit etwa 12 Monaten. Aber hier gilt: Jeder in seinem Tempo! Manche Kinder fangen schon etwas früher an, andere brauchen ein paar Monate länger.
  3. Mit ein bis anderthalb Jahren können die meisten Kinder einige Wörter sprechen und spielen mit deren Bedeutung und Betonung.
  4. Mit anderthalb bis zwei Jahren umfasst der Wortschatz Deines Kindes meist ungefähr 200 Wörter. In dieser Phase lernt Dein Nachwuchs mehrere Wörter pro Tag und versucht manchmal schon, einige Begriffe zu einfachen Sätzen zu kombinieren.
  5. Mit zwei bis zweieinhalb Jahren wächst der Wortschatz Deines Kindes stetig. Es lernt erste Verben und Fürwörter wie „ich“ und „du“ zu benutzen und sie in kleinen Sätzen anzuwenden. Etwa ein halbes Jahr später kann es sich dann schon an längeren Gesprächen beteiligen und mit Sprachklang und -Höhe spielen.

Ab diesem Zeitpunkt wird es immer unvorstellbarer werden, dass dieser Quell an Geschichten und Erzählungen, mit dem Du gerade redest, vor einigen Monaten gerade seine ersten Worte gesprochen hat.

Was kann ich selbst tun um das Baby sprechen zu fördern?

Schon ab dem sechsten Monat wird Dir eventuell auffallen, dass Dein Baby sich mit seinem Brabbeln Deinem eigenen Sprachklang anpasst. Denn Dein Kind lernt, indem es Deine Sprache imitiert. Wenn Du Dich also fragst, wie Du Deinem Kind am besten beim Sprechenlernen helfen kannst, dann lautet die einfache Antwort: Sprich mit ihm! Allgemein sind folgende Dinge wichtig:

  • Sprechen, sprechen, sprechen! Studien belegen, dass Kinder, deren Eltern in den ersten Jahren sehr viel mit ihnen gesprochen haben, über einen deutlich größeren Sprachschatz verfügen und sich viel besser ausdrücken können als Altersgenossen, deren Eltern wenig mit ihnen gesprochen haben.
  • Vorlesen hilft! Eine optimale Möglichkeit den Wortschatz Deines Kindes zu erweitern, ist das Vorlesen von Geschichten. Schöner Nebeneffekt: Da das eigenständige Lesen in späteren Jahren bei der Sprachentwicklung hilft, kann es nie schaden Deinen Nachwuchs früh für Bücher zu begeistern.
  • Keine Babysprache! Immer wieder kommt es vor, dass man beim Sprechen mit den Kleinen in ihre eigene, einfache Sprache fällt. Denk aber immer daran: Dein Kind lernt, indem es Deine Sprache nachahmt. Natürlich musst Du es in den ersten Jahren nicht überfordern, Du brauchst aber auch keine Angst vor längeren und komplizierteren Wörtern zu haben!
  • Augenkontakt und Zeit! Manchmal kann es sehr ermüdend sein, wenn Dein Kind versucht Dir etwas mitzuteilen und Du es nicht richtig verstehst. Das ist in diesem Stadium des Lernens aber völlig normal. Halte Augenkontakt, lass Dir Zeit und ermutige Dein Kind es weiter zu probieren, so machst Du ihm Mut und unterstützt den Lernprozess.

Grund zur Sorge?

Auch wenn jedes Kind seine ganz eigene Sprachentwicklung nimmt, gibt es natürlich Formen der Entwicklung, die Grund zur Sorge sein können. Wenn Dein Kind nach ungefähr 15 Monaten noch kein einziges Wort spricht, solltest Du sicherheitshalber einen Arzt kontaktieren.

Ein weiterer Grund für eine verlangsamte Sprachentwicklung können Probleme mit dem Gehör sein. Wenn Dein Nachwuchs mit etwa sechs Monaten nicht mehr brabbelt, still wird und Augenkontakt vermeidet, könnte dies auf Hörprobleme hindeuten. Verlasse Dich auf Dein Gefühl: Wenn Du glaubst, dass Dein Kind Dich nicht richtig hört und nicht auf Dich reagiert, suche einen Kinderarzt auf.

Ein weiteres Problem, das viele Eltern beschäftigt, ist das Stottern. Dabei solltest Du Dir keine Sorgen machen, wenn Dein Kind ab und an beim Sprechen ins Stolpern gerät. Manchmal reicht in den frühen Entwicklungsphasen des Sprechens schon ein wenig Aufregung aus, um ein leichtes Stottern hervorzurufen. Hier hilft zuhören, beruhigen und ermutigen. Wenn das Stottern aber anhält, solltest Du zum Kinderarzt oder Logopäden gehen.

Die Sprache meines Kindes – ein Abenteuer

Wie auch immer sich die Sprache Deines Kindes entwickelt, wichtig ist, dass Du es auf dem Abenteuer begleitest, welches das Erlernen der Sprache bedeutet. Zeig Interesse, sprich viel mit ihm, sei geduldig und verständnisvoll! Und was könnte eine größere Belohnung für Deine Mühen sein, als die ersten Gespräche mit Deinem eigenen Kind?




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