Muttermilch


Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten Deines Babys das beste Lebensmittel. Es gibt nichts anderes, was so perfekt auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt ist. Doch nicht nur die Inhaltsstoffe machen Muttermilch so wertvoll. Stillen ist wichtig für die Bindung zwischen Mutter und Kind und hat daher einen hohen psychologischen Nutzen- Muttermilch ist weit mehr als nur Babynahrung.

Muttermilch

Die Muttermilch hat’s in sich

Nur Muttermilch enthält immer genau die Menge an Vitaminen, Fetten, Kalzium, Kohlenhydraten, Mineralien und Nährstoffen, die ein Baby benötigt. Außerdem befinden sich in der Milch auch Antikörper, die das Neugeborene schützen. Das ist besonders wichtig für Frühgeborene Babys, die noch keinen ausreichenden Eigenschutz besitzen.
Muttermilch passt sich an das Baby und seinen Bedarf an. Dies beginnt bereits mit der allerersten Milch, die von der Brust produziert wird: Das Kolostrum, oder auch Vormilch, ist eine Proteinreiche Milch mit wenig Lactose und Fett. Sie schützt das Baby vor schädlichen Substanzen und stärkt es für die kommenden Monate. Danach produziert die Brust „reife Milch“. Je nach Alter des Kindes, Häufigkeit und Dauer des Stillens und der Tageszeit variiert die Zusammensetzung.

Wenn das Baby zu trinken beginnt, kommt zunächst sehr dünne Milch, die viel Wasser enthält und den Durst löscht. Nach einigen Minuten wird die Milch dann reicher an Fett, Proteinen und Nährstoffen. Diese Muttermilch macht satt. Nachts enthält Muttermilch sogar noch mehr Fett, Eisen und Kalium. Nachts zu stillen ist deshalb sehr wichtig für das Wachstum und die Entwicklung des Säuglings. Ist das Baby bereits größer, so enthält die Muttermilch weniger Mineralien, dafür aber noch mehr Kalorien. Vitamine und Mineralstoffe müssen dann durch Beikost zugeführt werden.

Ernährung beeinflusst die Muttermilch

Die Muttermilch wird stark von der Ernährung der Mutter beeinflusst. Dabei sind nicht nur die Vitamine, Nährstoffe und Fettig ausschlaggebend, sondern sogar der Geschmack mancher Nahrungsmittel. Es gibt Dinge, die sollten stillende Mütter gar nicht essen und andere, die sehr gesund sind.
Wenn die Familie bereits von Allergien vorbelastet ist, dann ist es besser, auf folgende Lebensmittel zu verzichten:

  • Muscheln
  • Fischreiche
  • Schokolade
  • Nüsse
  • Kuhmilch
  • Eier
  • Zitrusfrüchte
  • Tomaten
  • Erdbeeren
  • glutenhaltige Weizenprodukte

Leidet das Baby schnell unter Blähungen, kann dies an der Ernährung der Mutter liegen. Dann ist es ratsam, auf blähende Lebensmittel zu verzichten:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Getränke mit Kohlensäure
  • alle Laucharten
  • Edelschimmelkäse
  • Kohl
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte

Hat das Baby einen wunden Po, dann kann das an stark säurehaltigem Obst oder Obstsaft liegen, den die Mutter getrunken hat. Insbesondere Zitrusfrüchte können Hautausschläge beim Säugling hervorrufen. Zu verzichten ist außerdem auf:

  • scharfe und stark gewürzte Gerichte
  • koffeinhaltige Getränke
  • Alkohol
  • Zigaretten

Damit der Körper genügend Milch produzieren kann und die Mutter nicht dehydriert, ist es wichtig, genügend Wasser zu trinken. Etwa 12 Gläser Wasser am Tag sind sinnvoll. Es ist auch ratsam, zu jeder Stillmahlzeit ein Glas Wasser zu trinken, um die Milchproduktion anzukurbeln.

Probleme beim Stillen?

zu wenig Milch

Manchmal haben junge Mütter das Gefühl, die Muttermilch würde für das Baby nicht ausreichen. Normalerweise reguliert aber die Nachfrage das Milchangebot. Wenn das Baby also viel trinkt, dann produziert die Brust auch mehr Muttermilch. Hast Du das Gefühl, das Baby bekommt nicht genug Milch, dann wird es vielleicht nicht richtig angelegt und die Brust nicht richtig geleert. Wichtig ist, dass Dein Baby die Brustwarze und einen großen Teil des Warzenvorhofs in den Mund nimmt, um richtig saugen zu können. Um die Milchproduktion anzuregen, kann man das Baby auch öfter anlegen.

Milchstau

Sind Stellen oder die ganze Brust schmerzhaft geschwollen, dann kommt dies meistens von einem Milchstau. Die Haut ist gerötet und es sind harte Stellen zu ertasten. Dem kann man durch richtiges Anlegen, Wärmen und Massieren der Brust und Stellungswechsel vorbeugen. Linderung verschaffen häufiges Stillen, Ausstreichen oder Abpumpen der Brust und Quarkwickel. Sobald Du aber Fieber bekommst, musst Du zum Arzt!

Eine Seite wird bevorzugt

Es kann sein, dass Dein Baby eine „Lieblingsseite“ hat. Für das Baby ist das natürlich nicht schädlich, aber die andere Brust stoppt nach und nach die Produktion, wenn sie nie leer getrunken wird. Optimal ist aber, wenn beide Seiten etwa gleich viel Milch produzieren.
Ist das Baby gar nicht dazu zu überreden, an der anderen Brust zu trinken, dann kann es helfen, es einfach in der gleichen Stillposition wie an der beliebteren Brust anzulegen. Ein Kissen oder Stillkissen kann diese ungewohnte Position angenehmer gestalten.

Das Baby beißt beim Stillen

Manche Babys finden die Reaktion der Mama lustig, wenn sie gebissen wird. Dann hilft ein entschiedenes Nein, bevor die Mahlzeit unterbrochen wird. Mit der Zeit wird das Baby lernen, dass es das nicht tun darf.
Wenn Babys zahnen, dann können sie auch die Brustwarzen beißen, weil ihnen das Linderung verschafft. In dem Fall sollte man dem Kind vor der Mahlzeit einen kühlen Beißring anbieten, um das Zahnfleisch zu beruhigen.

Soor

Soor ist eine Pilzinfektion, die im Mund oder Windelbereich auftreten kann. Wenn das Baby Soor im Mund hat, kann die Brustwarze beim Stillen infiziert werden. Die Brüste fühlen sich an, als wären sie entzündet. Soor erkennt man an weißen Stellen im Babymund, die nicht entfernt werden können. Dann müssen sowohl Mutter, als auch Kind in ärztliche Behandlung. Meistens gibt es eine Salbe gegen den Pilz. Es tut zwar etwas weh, aber dennoch kannst Du trotz Soor weiter stillen.

die Brüste laufen aus

Manche Frauen haben zeitweilig zu viel überschüssige Milch oder einen sehr starken Milchspendereflex. Der wird normalerweise erst ausgelöst, wenn das Baby an der Brust saugt. Durch regelmäßiges Anlegen kann dies verhindert werden. Meistens hört dies nach den ersten 8 Wochen von selbst wieder auf. Bis dahin solltest Du saugfähige Stilleinlagen tragen, um Infektionen und nasse Kleidung zu vermeiden.

Muttermilch abpumpen und aufbewahren

Es kann Situationen geben, da braucht man einen kleinen Vorrat von Muttermilch. Es gibt im Grunde zwei Methoden, Milch abzupumpen: Von Hand abpumpen oder mit einer elektrischen Pumpe. Welche die Richtige ist, muss jede Mutter selbst entscheiden. Damit die Milch leichter fließt, sollte man die Brust durch Umschläge oder eine Dusche wärmen und massieren. Abpumpen sollte in jedem Fall schmerzfrei sein.

Um die Muttermilch aufzubewahren, eignen sich Babyfläschchen oder spezielle Plastikbeutel für Muttermilch. Bei Raumtemperatur hält sich die Milch bis zu 6 Stunden. Im Kühlschrank kann Muttermilch bis zu 48 Stunden aufbewahrt werden und tiefgefroren ist sie bis zu drei Monate haltbar.
Zum Auftauen stellt man das Fläschchen so lange in heißes Wasser, bis es aufgetaut ist. Danach sollte es so schnell wie möglich verwendet werden. Reste darf man nicht wieder einfrieren.





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